Sonnenfinsternis 2015: Video und Fakten zur Sonnenfinsternis

Sonnenfinsternis 1999, 2015 und wann ist die nächste Sonnenfinsternis in Deutschland

Beinahe unbemerkt steht das astronomische Großschauspiel des Jahres, die Sonnenfinsternis 2015, plötzlich vor der Tür, auf englisch „Total Solar Eclipse“. Durch den deutlich geringeren Medienhype als er noch um die letzte Sonnenfinsternis 1999 herrschte, scheint es den Großteil der Bevölkerung fast überraschend getroffen zu haben. Dabei ist Freitagmittag doch eigentlich der ideale Zeitpunkt, um die Sonnenfinsternis in Deutschland zu bestaunen. Gewissermaßen als vorgezogene Einleitung ins Wochenende. Um 9.30 Uhr beginnt die Sonnenfinsternis und um 10.30 ist die größte Bedeckung der Sonne durch den Mond erreicht. Gegen 12 Uhr ist das Natuschauspiel der Sonnenfinsternis vorbei.

Vor knapp 16 Jahren, am 11. August 1999, fand die letzte für Deutschland relevante „SoFi“ statt. Damals bewegte sich der Kernschatten, der ausschlaggebende Faktor für eine totale Sonnenfinsternis, von Saarbrücken aus durch Süddeutschland bis nach Österreich. Leider verhinderte eine recht dichte Bewölkung während der wichtigsten Phase in vielen Teilen eine ungestörte Beobachtung der tatsächlichen Verdunkelung.

Da der Kernschatten der Sonnenfinsternis 2015 nicht direkt über Deutschland wandert, handelt es sich offiziell nur um eine partielle und keine totale Sonnenfinsternis. Dennoch ermöglicht der Schattenpfad auch außerhalb des Kernschattens ein beeindruckendes Erlebnis. Mit einer Verdunklungsrate von ca. 65% Prozent in Süddeutschland stellt die Sonnenfinsternis 2015 also trotzdem ein beeindruckendes Spektakel dar. Der Bedeckungsgrad im Norden Deutschlands liegt immerhin bei teilweise bis zu 83%. Allerdings kommt der freien Sicht dort das Wetter etwas in die Quere. Während im nördlichen Bereich Deutschlands das Wolkenaufkommen und teilweise Regen die freie Sicht beeinträchtigen können, wird die Beobachtungswahrscheinlichkeit hingegen in Richtung Süden immer besser.

Nie ohne Sonnenfinsternis Brille (Sofi-Brille) anschauen

Aber bitte auch bei dieser, wie jeder anderen, Sonnenfinsternis beachten: Nie ohne eine geeignete Sonnenfinsternis Brille direkt in die Sonne blicken. Bei einer partiellen Sonnenfinsternis kann diese auch nicht zwischendurch abgesetzt werden, da sonst erhebliche Schäden am Auge entstehen können. Sonnenbrillen, Skibrillen oder Schweißerbrillen bieten ebenso wenig Schutz, wie eine rußige Glasscheibe.

Falls es diesmal mit der Sichtbarkeit nicht ganz so einwandfrei geklappt hat, stehen die Chancen für einen Großteil der deutschen Bevölkerung eher schlecht die nächste totale Sonnenfinsternis mitzuerleben. Diese findet nämlich erst am 3. September 2081 statt. Nicht ganz so lange warten muss man auf die nächste partielle Sonnenfinsternis. Schon am 25. Oktober 2022 ereignet sich über Deutschland die nächste, dicht gefolgt von einer weiteren partiellen Verfinsterung am 12. August 2026. Dabei ist der Bedeckungsgrad allerdings noch etwas geringer als diesen Freitag. Für Reiselustige ist die Wartezeit bedeutend kürzer, bereits diesen Herbst am 13. September 2015 verdunkelt sich die Sonne erneut, über Afrika, der Antarktis und dem Südozean. Am 9. März 2016 ist die nächste totale Sonnenfinsternis über Sumatra, Borneo, Sulawesi und dem umgebenden Pazifikraum sichtbar. Alternativ bietet sich auch eine Reise in die USA, dort findet am 21. August 2017 ebenfalls eine „Total Solar Eclipse“ statt.

Sonnenfinsternis 2015 Video

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Fakten zur Sonnenfinsternis

Aus astronomischer Sicht ist das Grundprinzip, das zu einer Sonnenfinsternis führt, schnell erklärt. Es müssen im Prinzip nur Sonne, Mond und Erde auf einer geraden Linie stehen. Dieses Ereignis tritt nur bei Neumond ein, da dann der Mond zwischen Erde und der Sonne steht. Dabei wirft der Mond im richtigen Winkel einen Schatten auf die Sonne, so dass es aus unserer Sicht aus so wirkt, als ob die beiden gleich groß wären. Bei einer totalen Sonnenfinsternis wie im Jahr 1999 tritt der sogenannte Diamantringeffekt ein. Der Moment, kurz bevor der Mond die Sonne für einige Augenblick komplett bedeckt und das Licht der Sonne ein letztes Mal hervorblitzt. Anschließend erscheint die Korona, ein wabernder Strahlenkranz um die tiefschwarzen Himmelskörper.

Neben dem eigentlichen Naturschauspiel am Himmel treten auch noch weitere Nebeneffekte auf. Ein kurzzeitiger Temperaturabfall und die vergleichsweise plötzlich einsetzende Dunkelheit lassen die Natur kurzzeitig zum Stillstand kommen. Die Vögel verstummen und während die meisten  tagaktiven Tierchen Schutz in ihren Verstecken suchen, zeigen sich nachtaktive Tiere wie Fledermäuse auch zu ungewöhnlichen Uhrzeiten. Auch die Flora reagiert auf die plötzliche Verdunkelung und die Blumen schließen, wie in der Dämmerung, ihre Blüten.

Ein besonders faszinierendes Phänomen ist die Sichtbarkeit der hellsten Fixsterne und Planeten am Firmament, auch der sogenannten Tagesgestirne. Venus und Merkur werden um die Sonne herum als erstes sichtbar, danach folgen bei idealen Sichtverhältnissen die drei hellsten Sterne des Sommerdreiecks. Vega aus der Leier, Deneb, der Schwanzstern des Schwans und Altair aus dem Sternbild Adler. Mit viel Glück lässt sich auch der Mars zwischen Venus und Sonne erkennen.

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