Apr

24

2009

Polizei München: Angeblich mit dem Fahrrad bei rot über die Ampel

Abgelegt in Fitness

Update 28.04.2009
Zeuge zum angeblichen Rotlichtverstoss gesucht bei der Brudermühlstrasse Ecke Schäftlarnstrasse. Zahle Belohnung. Da ich bei Grün über die Ampel gefahren bin und die Anschuldigung sonst nicht widerlegt werden kann, wäre es super, wenn sich jemand meldet der es gesehen hat. Am 24.04.2009 hatte ich eine rote Weste an und eine rote Laptop Tasche am Rücken hängen mit einem grünen Muster. Als Beinkleid diente eine kurze schwarze Radlerhose. Bitte kurze eMail an info(at)metamove.de mit dem Betreff „Zeuge.“

Hier die Story
Sowas habe ich noch selten erlebt. Heute Morgen, es muss so ca. 8 Uhr 35 gewesen sein, fahre ich Ecke Brudermühlstr. / Schäftlarnstr. über die Fahrrad-/Fußgängerampel. Die Verkehrsampel für die Autos und die Ampel für die Radfahrer und Fußgänger zeigten beide grün! Lediglich nachdem ich in der Mitte der Straße über die Insel fuhr und auch diese schon auf der anderen Strassenseite befuhr schaltete die Ampel auf rot.

Die beiden Polizisten, die beiden Polizeikommissare Hr. Z. und Herr. B., wollen mich über beide Ampeln rot gefahren haben sehen. Ein Lichtbild gibt es wie bei Autos üblich aber selbstverständlich nicht und so steht die Aussage von 2 Beamten gegen meine. Eine Chance auf Zeugen hatte ich nicht, da mich die Polizisten auch erst 400 m – sind mit Blaulicht über den Fahrradweg gefahren – später gestoppt haben. Als ich das Blaulicht hörte dachte ich zuerst, was ist da passiert und wollte das Fahrzeug recht vorbeilassen, aber wie im Krimi schnitt mir das Fahrzeug den Weg ab. Als erstes begrüßte ich die beiden Polizisten der Polizeiinspektion München Sendling freundlich und fragte nach, was ich wohl falsch gemacht hätte. Dann der Schock ich wäre bei Rot über die Ampel gefahren. Zuerst dachte ich an einen Scherz, da weder Zeitdruck noch sonstige Belange als Grund vorliegen. Vor allem hatte ich das Fahrzeug der Polizei auch noch gesehen, also warum sollte ich vorsätzlich bei Rot über die Ampel fahren, wenn ich das Polizeiauto sehe – wäre ja Wahnsinn. Den Sachverhalt wie ich diesen sehe und wie dieser Vorlag, habe ich zu Protokoll geben lassen.

Etwas überheblich fand ich das Verhalten der beiden Beamten schon. Die Wissen, dass ich gegen deren Aussage keine Chance habe. Verdammt, in was für einem Staat leben wir eigentlich. Geldverzocker von Banken streichen Milliarden ein und wenn man noch nicht mal was verbrochen hat, dann kann man ohne sichtlichen Beweis verknackt werden?

Wie gesagt der ganze Sachverhalt ist unfair: 2 Beamte gegen einen Fahrradfahrer und auch das Stoppen erfolgte sehr spät, d.h. Zeugen kann ich keine anführen. Ein Lichtbild oder Foto gibt es auch nicht. Im Gegenteil können die Beamten noch nicht mal beweisen, ob mich wirklich beide bei dem angeblichen Verstoß gesehen haben. Aus meiner Sicht ist das alles schon sehr grenzwertig. Auch Beamte machen Fehler und können sich irren und das kann auch passieren, wenn diese zu zweit sind. Die menschliche Wahrnehmung und das zeigen viele Zeugenvernehmungen ist einfach von einer unterschiedlichen Wahrnehmung geprägt. Das heisst jetzt nicht, dass jemand wissentlich etwas falsches sagt, seine Wahrnehmung hat ihm einfach einen Streich gespielt.

Jetzt bin ich gespannt was kommt. Definitiv, da der Sachverhalt und die Anschuldigung nicht stimmt, werde ich Einspruch erheben und akzeptieren kann man sowas definitiv nicht.

Habt Ihr schon mal sowas ähnliches erlebt? Teilt es mir bitte mit. Vielleicht hilft es mir.
Update 09.05.2009: Jetzt habe ich gerade eben etwas Ähnliches entdeckt. Mir kam meine Sache schon wie Abzocke vor, nun lest selbst diesen Fall: Abzocke! München, Polizei schikaniert Radfahrer!

Nachträglicher Zusatz zum Radfahren in München, weil es genau hier ins Thema passt und eine sehr schöne Sichtweise zeigt, die ich auch vertrete.

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19 Reaktionen zu “Polizei München: Angeblich mit dem Fahrrad bei rot über die Ampel”

  1. admin, am 25. April 2009:

    Am gleichen Abend habe ich mir die Situation nochmal angesehen, zwar bin ich mir sowieso sicher, dass kein Fehlverhalten vorlag, aber ich wollte auch die Beamten verstehen. Die Verkehrsampel für die Autos hatte ich mir vor dem Befahren der angelichen Rotlichtstelle angeschaut und dann auch noch auf die für mich maßgebliche Ampel. Die Verkehrsampel und die für mich maßgebliche Ampel haben die gleiche Grünschaltung. Es lag definitiv kein Verstoss vor.

  2. gentle.rocker, am 25. April 2009:

    ja, mir sind da auch schon abenteuerliche Dinge untergekommen bei der Münchner Fahrrad-Polizei…

  3. admin, am 26. Mai 2009:

    Jetzt habe ich den Bußgeldbescheid. Es hält sich in Grenzen mit einem Punkt und den Euronen, aber und damit hatte ich schon gerechnet ist ein Fehler im Tatbestand vorhanden…. Die Uhrzeit soll 7.55 Uhr gewesen sein und eine Visitenkarte von den Polizeibeamten habe ich auch mit einer Uhrzeit von 7.58 Uhr, was aber auch 8.58 Uhr heissen kann. Nun, um 7.55 Uhr bis 8.10 Uhr war ich nachweislich noch zu Hause und um 8.58 war ich in der Arbeit, wofür es auch Zeugen gibt. Endlich kann ich nachweisen, dass auch Beamte sich irren. Die können sehen, dass ich bei rot über die Ampel bin, aber keine Uhr lesen. Kann man so jemandem glauben? Was meint Ihr dazu?

  4. Crazy Girl, am 28. Mai 2009:

    Ich würde es an Deiner Stelle auf jeden Fall mal versuchen. War ja alles in allem sowieso eine total doofe Aktion und es wäre klasse, wenn Du so drum rum kommen würdest. Drück Dir auf jeden Fall die Däumchen 😉

  5. Melvino, am 28. Mai 2009:

    Da sieht man mal wieder, wie sorgfältig und korrekt unsere lieben Poliziebeamten mitunter arbeiten! Menschen, die offensichtlich eine weiße Weste tragen, werden im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Verkehr gezogen und mit widersinnigen Bußgeldern bestraft. Dort, wo die Gewalt, die für Recht und Ordnung sorgen soll, ihre Macht missbraucht, ist der Faschismus nicht weit. Faschistoides Gebaren darf nicht gebilligt werden, weder bei der Polizei noch sonstwo!

  6. admin, am 4. Juni 2009:

    Da haben wir den Salat. Mein Anwalt Dr. Knies meinte, dass ich zwar Einspruch einlegen könnten und dass das mit der Uhrzeit definitiv richtig ist. Allerdings wandert sowas auf alle Fälle dann vors Amtsgericht in München. Dort fragt der Richter dann einfach nach, ob ich dort gefahren wäre an dem Tag und dann die tollen Zeugen, ob diese dort den beschriebenen Sachverhalt gesehen hätten. Toll! Wie oberflächlich ist das denn. Man hat keine Chance. Keine Uhr lesen können, aber schon rote Ampeln sehen können. Die Verkehrsfälle werden wohl im 10 Minutentakt durchgepeitscht. Ok, da hätte ich mit der Zeit wohl auch keinen Bock mehr auf irgendwelche Sachverhalte, denn der nächste Fall wartet ja schon.

    Jetzt fragen sich einige warum man Polizeibeamten vor Gericht eher Glauben schenkt. Auch darauf gab es eine Antwort: Ein geschultes und trainiertes Auge und eben der Sachverhalt, dass die Exekutive zur Durchsetzung von Recht und Ordnung beauftragt ist. Doch sollte man hier beachten, dass es durch diese Leichtgläubigkeit keine Gewaltenteilung, sondern zu einer Gewaltenvereinigung kommt. Wer die Uhr nicht lesen kann, muss mir nichts erzählen.

    Die Summe zahle ich und darum ging es auch nie. Hier gehts einfach ums Prinzip: Wer bei grün fährt und verknackt wird, der versteht einfach die Welt nicht mehr.

  7. fahrradfahrer, am 5. Juni 2009:

    mir ist gerade genau dasselbe passiert und ich finde es wirklich eine unverschämtheit! aber ich habe mir schon gedacht, dass man keine chance hat widerspruch einzulegen, da man sich selbst damit noch den größten ärger einhandelt, obwohl es natürlich unmöglich ist, dass die polizei hier vorallem in münchen gerade macht, was sie will! die haben im moment gerade glaub ich eine grossoffensive „erziehung der wilden fahrradfahrer“ und sind alle schon so ge***piep***en, dass sie selbst auch noch glauben, was sie einem erzählen..mein gott, was haben wir für rießen probleme hier in deutschland!

  8. admin, am 5. Juni 2009:

    @fahrradfahrer
    Wo ist das passiert?

  9. Kim, am 20. Juli 2009:

    Mit dem Fahrrad bei Rot über Ampel ist irgendwo auch sehr gefährlich aber dann müsste man doch auch die ganzen Fußgänger mal anhalten und bußgeld verlangen. Jeder 2. läuft doch bei rot einfach druch.
    Wie sind die Sachen denn nun ausgegangen? müssten Sie was zahlen oder läuft der Prozess noch?

  10. admin, am 20. Juli 2009:

    @Kim
    Über Fußgänger hört man in diesem Zusammenhang mit Rotlichtverstößen echt wenig bis gar nichts. Über meine Gedanken kannst Du oben lesen. Einen Punkt hats gebracht und ca. 70 € gekostet.

  11. Tom, am 25. Juli 2009:

    Hallo ich hatte fast den selben Fall hier in Berlin. Ein Polizist hielt mich an und sagte estwas von einer Polizeikontrolle und das ich von zwei Polizisten beobachtet wurde wie über rot gefahren sein. Das Problem was ich damit habe ist das ich 100% sicher bin nicht bei rot gefahren bin und zweitens das ich mit 4 anderen Radfahrern gleichzeitig über diese Ampelanlage gefahren bin und ich aber als einziger angehalten wurde. Ich fragte den Polizisten warum das so sei und dieser antwortete mir das sie sich zur Zeit nur auf Radfahrer konzentrieren…was waren denn dann eigentlich die anderen Radfahrer. Ich habe den Sinn der Aussage nicht verstanden. Ich soll jedenfalls laut Aussage der Polizei Vorort 100€ Bußgeld bezahlen und 25€ Bearbeitungsgebühr. Jetzt habe ich den Bußgeldbescheid vor mir und es ist jetzt die Rede von 125€ Geldbuße, nebst 20€ Gebühren und 3,50€ Auslagen. Das sind 18,8% mehr als mir der Polizist Vorort aus dem Bußgeldkatalog vorgelesen hat, aber der vermeintliche Punkt taucht nicht mehr auf. Ich weiß nicht was das alles soll aber das Land muss so Pleite sein das man halt auf solche Mittel zurück greifen muss um die Kasse zu füllen. Ich lege jedenafalls gerade Wiederspruch ein, ich habe es Satt das Polizisten irgendwelche Aussagen treffen können die dann sofort galaubhafter sind als unsere. Auch polizisten sind nicht unfehlbar, es sind auch nur Menschen und laut Laut Paragraph 1 Artikel 3 des Grundgesetzes- sind alle Menschen vor den Gesetz gleich…ha ha!

  12. admin, am 26. Juli 2009:

    @Tom
    Wünsche Dir viel Erfolg. Bei der Höhe des Bußgeldes, dass das ohne Punkt geht, wundert mich. Mein Anwalt meinte zu mir: „Polizisten genießen vor Gericht besonderes Vertrauen wegen geschultem Auge usw. Daher sind Polizisten vor Gericht glaubhafter. Damit wird der Artikel des Grundgesetzes ausgehebelt.“ Zudem stehen hier die Aussagen von 2 gegen einen. Da hast Du nur eine Chance, wenn Du selber einen Zeugen findest, was mir nicht gelungen ist.

  13. Tom, am 26. Juli 2009:

    …das mit Zeugen sieht eher schlecht aus, da ich gut 100 Meter entfernt angehalten wurde. Selbst wenn ich gleich hätte zurück fahren können ich glaube nicht das irgend jemand gesehen hat ob die Ampel grün under rot war. Wir sind hier in Berlin und da achtet jeder meisst nur auf sich selbst. Mit den Grundgesetzt meinte ich, warum nur ich angehalten wurde die anderen Radfahrer aber nicht. Ich werde sehen was raus kommt, Montag werde ich mal bei der Bearbeiterin anrufen und ihr nett und freundlich am Telefon den Sachverhalt erklären, vielleicht bringt es ja was. Ich werde alles versuchen da ich nicht einsehe das man für Sachen verurteilt wird die man nicht begangen hat, dass ist unfassbar und keiner kann etwas gegen tun.

  14. admin, am 26. Juli 2009:

    @Tom
    Zu meiner Sache sehe ich da viele parallelen…..

  15. jradel, am 31. August 2009:

    Mir ist heute hier in München genau das Gleiche passiert. Dachauer Straße Ecke Lazarettstr. Vor 5 Jahren auf der Leopoldstraße war es genau so. Ich hätte ja nichts gesagt, wenn ich tatsächlich über rot gefahren wäre. Aber es wurde gerade grün und ich war einfach schneller in den Pedalen als die beiden Hausfrauen neben mir. Das ist ein ganz mieser xxxx [geändert]. Beim ersten Fall hat der Beamte noch nicht mal hingeschaut und sein Kollege war 50 Meter hinterm Dienstwagen und befragte eine Radfahrerin mit dem Rücken zur Szene. Bei der späteren Aussage will er plötzlich genau daneben gestanden und alles gesehen haben. Da hat man keine Chance. Damals 180,- incl 2 Punkte. Diesmal weiß ich es noch nicht.

    So etwas ist reine Willkür. Die xxxx [geändert] einem grinsend ins Gesicht und je länger man seine Unschuld beteuert, desto höher wird die Zeche. Da geht es nur um die Machtdemonstration.
    Aber dieses Verhalten wird wohl der Grund sein, wieso die Polizisten hier in München zu den unangenehmsten und unbeliebtesten Menschen Bundesweit gehören. Ich bin schon in Deutschland viel herumgekommen aber ich habe noch nie so klar den Geist der „Hauptstadt der Bewegung“ erlebt wie in München.
    Ich bin völlig unbescholten und habe noch nie ein Konflikt mit dem Gesetz gehabt. Aber das ist Willkür in grün und diese „Freunde und Helfer“ haben bei mir echt verschissen bis in alle Ewigkeit. Ich kann nur allen raten, die hier in München mit dem Rad unterwegs sind, immer einen Anwalt dabei zu haben.

  16. admin, am 31. August 2009:

    @ jradel
    Der Anwalt für die Handtasche oder Laptoptasche, das wäre was 🙂 Musste leider ein paar Worte ändern, da ich keine weiteren Probs bekommen möchte. Bitte dafür um Verständnis.

  17. Marco, am 7. März 2013:

    Tja, jetzt hat es mich auch erwischt. Kein fahrendes Auto weit und breit, Fussgänger ebenso nicht. 2 stehende Autos, wovon leider eines ein Polizeiauto war. Jedenfalls bin ich dann bei Rot rübergehuscht. Keine Sau hätte es interessiert, wenn nicht die … da gewesen wäre. Hatte es nicht gesehen. Krass,hab momentan kein Auto, aber bin vorher bestimmt 20 Jahre lang Auto gefahren ohne Punkte, ohne irgendwelchen Strafen etc. Und nun bekomm ich nen Punkt durch Fahrrad fahren. Haben die nix besseres zu tun, oder etwas Feingefühl, denn es gab kein fahrendes Auto bzw. Fussgänger weit und breit. Bin echt genervt von der Polizei, die sollen sich lieber um Verbrechen kümmern und schwere Verkehrsdelikte.

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