Insel Rhodos: Wissenswertes zum Urlaub

Insel Rhodos mit Beschreibung, Geschichte, Urlaub, Sehenswürdigkeiten, Ausflüge und Essen & Trinken für Reisen
Rhodos ist eine einzigartige Insel in der Ägäis. Von der Sonne verwöhnt, an 270 Tagen scheint die Sonne auf Rhodos durchschnittlich pro Jahr. Trotzdem grün und mit vielen Wäldern, fruchtbar mit Niederschlägen im Winter. Die Insel ist außergewöhnlich. Das wussten in der der Antike bereits die Götter. Zeus wollte sein Reich unter den Göttern des Olymps verteilen, so glaubte man damals. Dabei hat er den Sonnengott Helios vergessen und der hatte sich in die Insel verliebt. So sehr, dass er sie nach seiner Frau, Rhode, benannt hat. Helios wünschte sich die Insel von Zeus und der gab sie ihm. So heißt heute nicht nur die Insel Rhodos, sondern auch ihre Hauptstadt, in der etwa die Hälfte der Einwohner lebt. Nicht nur die Götter lieben die Inseln, heute ist sie auch für viele Touristen ein begehrtes Ziel. Auf keine griechische Insel außer Kreta kommen so viele Urlauber wie nach Rhodos. Sie verlassen in der Hauptstadt die Fähren von den Inseln der Ägäis und aus der Türkei oder landen am Flughafen Diagoras 16 Kilometer weiter westlich. Familien, Singles, Paare verbringen ihre Tage am Meer und besichtigen natürlich die 55.000 Einwohner zählende Stadt mit dem Großmeisterpalast, dem Apollontempel auf dem Berg und dem Marientor am Hafen. Wappentiere der Insel sind Hirsch und Hirschkuh.

Hirsch und Hirschkuh: Wappentiere der Insel Rhodos

Blick auf Rhodos Stadt von der Akropolis (Monte Smith)

Der Name Rhodos hat einen besonderen Klang, schließlich stand hier mit dem Koloss von Rhodos eines der Sieben Weltwunder, eine 30 Meter hohen Statue des Sonnengottes Helios. Die Stadt ist eines der wichtigsten Ziele für Touristen genauso wie die Badeorte an der Westküste, Ixia und Ialissos und besonders Faliraki. Von Rhodos bis zum Flughafen reihen sich die Touristenorte und wer die Ruhe genießen will, sollte die Gegend bis Gennádi im Südosten meiden. Aber besonders an der Südküste gibt es Strände, wo Urlauber ungestört sind. Dichte Wälder und stille Dörfer locken ins Inselinnere, dort leben meist ältere Menschen während die jüngeren in die Städte gezogen sind. Und an den Küsten stehen seit Jahrhunderten alte Kreuzritterburgen. Von der langen Geschichte der Insel zeugen die Akropolis von Ialissos und die antike Stadt Kamiros.

Geschichte von Rhodos
Die ältesten Siedlungen stammen aus der Jungsteinzeit, bedeutendere entstanden im 3. Jahrtausend vor Christus. Rhodos ist eine Insel historisch wichtiger Kulturen. So lebten die Minoer dort und die Mykener. Rhodos wurde ab dem 11. Jahrhundert vor Christus immer bedeutender als dorische Griechen Städte, also antike Poleis wie Lindos, Ialissos und Kamiros gründeten. Man schloss Bündnisse mit anderen Städten und Rhodos verfügte über einen wichtigen Handelshafen in der Ägäis. Als sich die drei Städte auf dem Gebiet der heutigen Hauptstadt zusammenschlossen, spielte der Hafen im antiken Wirtschaftsleben sogar noch eine größere Rolle als Athen.

Hafen von Rhodos Stadt nahe Mandraki

Rhodos wurde unabhängig und entwickelte sich bis zum 2. Jahrhundert vor Christus zu einer Handelsmetropole im östlichen Mittelmeer. Die Römer eroberten die Insel 164 vor Christus. Später gehörte sie zum Oströmischen Reich und ab dem 14. Jahrhundert zum Herrschaftsbereich des Johanniterordens. Damals entstand auch der Großmeisterpalast in der Hauptstadt, die Residenz des Großmeisters.

Heute sind die riesigen Gebäude aus dem Mittelalter eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Die türkische Herrschaft dauerte vom 16. Jahrhundert bis 1912. Dann besetzten italienische Truppen im Tripoliskrieg die Insel und blieben bis zum Zweiten Weltkrieg. Als Italien von den Alliierten erobert wurde, kündigte das Königreich das Bündnis mit dem Dritten Reich, worauf die Wehrmacht in dem Land einmarschierte und auch Rhodos besetzte. Die deutschen Soldaten gingen 1945 in britische Kriegsgefangenschaft und seit 1948 gehört Rhodos zusammen mit anderen Inseln in der Ägäis zu Griechenland.

Strandurlaub und Erholung auf Rhodos
Wer nach Rhodos kommt, will sich am Strand erholen, schließlich kann man in der Ägäis von Mai bis November baden. Es lohnt sich, die Insel im Frühjahr und Herbst zu besuchen, dann sind nicht so viele Touristen dort und es ist auch nicht so heiß wie im Hochsommer. Denn im Juli und August steigen die Temperaturen oft auf weit über 30 Grad. Wer einen schönen Sandstrand sucht, fährt am besten auf der Küstenstraße Rhodos – Lindos nach Kolimpia, in der Nähe gibt es den Tsambika-Strand mit feinem Sand. Selbst wenn man ins Wasser geht, gibt es keine Steine. Er ist sehr gut für Familien geeignet in der Hochsaison aber recht voll. Wer den Trubel nicht scheut besucht kann auch andere Strände in Kolimpia oder Lindos an der Südküste besuchen, die Stadtstrände von Rhodos oder Faliraki. Einsame Meeresufer gibt es ganz im Süden der Insel, zwischen Gennadi und Plimmiri an der Ostküste. Weiter nordöstlich gibt es noch einen ruhigen Strand in Stegna, den Hausstrand von Archangelos mit Sand und Kies. An der Straße kann man in Tavernen essen. Zwischen Kattaviá und Monólithos an der Westküste gibt es ebenfalls ruhige Strände. Die Windsurfer treffen sich am lang gezogenen Sandstrand von Prassonissi an der Südspitze von Rhodos und übernachten dort in Wohnwagen und Zelten.

Ziele und Sehenswürdigkeiten auf Rhodos
Rhodos ist natürlich die wichtigste Stadt auf der Insel. Die Altstadt ist noch vollständig von einer Kilometer langen Stadtmauer umgeben.

Stadtmauer von Rhodos-Stadt

Am besten startet man am Freiheitstor zu einem Rundgang, der in die Ritterstraße führt. Dort hatten die Ordensritter im Mittelalter auf beiden Seiten ihre Herbergen.

Ritterstraße in Rhodos-Stadt

Ganz in der Nähe ist der Großmeisterpalast, eine riesigen Residenz mit wehrhaften Türmen und Mauern und hohen Zinnen. Von 1522 an als die Osmanen das Eiland eroberten diente das Bauwerk als Pulvermagazin und Gefängnis. 1856 explodierte dort Munition und richtete großen Schaden an, der Großmeisterpalast wurde aber während der italienischen Besatzungszeit wieder aufgebaut. Es lohnt sich außerdem, die alte türkische Bibliothek und ihren Innenhof zu besuchen, die Akropolis und den Mandraki-Hafen. An einer 40 Meter langen Mole stehen noch drei alte Windmühlen. Vom Hafen aus starten Ausflugsboote zu Badestränden an der Ostküste nach Symi und Lindos. Der Ort an der Ostküste ist wegen seiner Akropolis bekannt, deshalb besuchen ihn vor allem während der Hochsaison viele Touristen. Daher lohnt es sich, im Frühjahr, im Herbst oder früh morgens während der Hochsaison zu kommen. Auf dem Hügel kann man die Geschichte der Insel wie unter einem Brennglas entdecken. Dort stehen die Überreste von Tempeln aus der römischen und griechischen Antike sowie einer byzantinischen Burg, die die Johanniter zu einer Festung ausgebaut hatten.

Großmeisterpalast der Johanniter auf Rhodos

Die Grabungsfelder von Kamiros an der Nordwestküste sind in der Hochsaison genauso überlaufen. Dort entstand die kleinste der drei frühen griechischen Städte, die im 6. Jahrhundert vor Christus ihre Blütezeit erlebte. Im 19. Jahrhundert begannen die ersten Ausgrabungen. In Archangelos an der Ostküste lohnt es sich, die Ruinen eines Kastells der Johanniter aus dem 15. Jahrhundert zu besuchen. Von dort hat man einen schönen Blick auf die weiße Altstadt. Dort ragt der Turm der Kirche aus dem 19. Jahrhundert empor, die dem Erzengel Michael geweiht ist. Im Innenhof ist ein schönes Mosaik aus weißen und schwarzen Steinchen zu sehen, ganz typisch für Rhodos. Das Fest der Kirche wird am 8. November gefeiert und während der Nacht von Karfreitag zum Ostersamstag beten viele Gläubige hier bis zum Sonnenaufgang. Wenn man auf der Insel unterwegs ist, stoppt man gerne mal für ein Picknick. Das lohnt sich im Westen von Rhodos an der Georgskapelle in der Gegend von Apollakia. An der Straße nach Monolithos ist der Weg ausgeschildert, von dort ist es noch fast einen Kilometer. Oben angekommen genießt man einen weiten Ausblick.

Monolithos ist ebenfalls einen Abstecher wert. Der wunderschöne Ort liegt am Südhang des Akramitis und der Besucher hat einen großartigen Ausblick auf das Meer und die Westküste. Das Dorf ist schnell zu übersehen, wenn es in der Nähe nicht eine besondere Sehenswürdigkeit gäbe. Auf einem Felsen hoch über dem Meer sind noch die Überreste einer alten Johanniterburg zu sehen, den Ausblick von dort sollten sich Urlauber nicht entgehen lassen.

Ausflüge und Touren auf Rhodos
Warum nicht mal eine Vespa oder ein Auto ausleihen und ins Tal der Schmetterlinge im Nordosten der Insel rollen? In üppiger Vegetation flattern dort Bärenspinner, der Gepunktete Harlekin und viele andere Arten, die
vom Harzgeruch des orientalischen Amberbaums angelockt werden. Wenn man den Eintritt bezahlt hat, kann man auf den Wegen, Holzstegen und Treppen durch den Talgrund spazieren. Eine Wandertour führt von Embonas aus auf den Gipfel des Ataviros, der mit 1216 Metern der höchste Berg auf Rhodos ist. Der Strecke auf die karge Höhe ist drei Kilometer lang und empfiehlt sich nur für Wanderer mit einer guten Orientierung, denn es gibt keinen Weg und keine Markierungen. Den Aufstieg sollte man nur bei gutem Wetter wagen, weil es keine Schutzhütte gibt. Am Fuß des Ataviros wachsen übrigens gute Weine, die sich in Embonas probieren lassen, zum Beispiel in der Kellerei Emery.

Die Insel Symi ist mit dem Boot vom Mandraki-Hafen in Rhodos zu erreichen. Das Speedboat fährt in 45 Minuten dorthin, das Ausflugsboot in 1,5 bis 2 Stunden. In Symi läuft das Schiff in einen romantischen Hafen ein, hier ist das Leben beschaulich. Der gleichnamige Ort zieht sich mit seinen Herrenhäusern den Hang hoch, 300 Stufen führen in die Oberstadt. Die Insel ist für ihre Schwammtaucher bekannt, von denen heute nur noch wenige den Beruf ausüben. Mit einem Ausflugsboot kann man auf die andere Seite der Insel noch fahren, um das Kloster Panormitis zu besuchen.
Es gibt noch viele andere Möglichkeiten Rhodos und die Insel zu erkunden und anzusehen.

Essen und Trinken
Auf Rhodos gehören außer gegrilltem Fisch und Fleisch auch Keftedes, Hackfleischbällchen, und Aufläufe zu den typischen Gerichten. Die Zutaten kommen in den landestypischen Lokalen aus der Region. Griechen essen oft viele Vorspeisen, die Mesedes: Pürees und dicke Soßen, gebackenes Gemüse, Hühnchen, Tintenfisch und Bällchen aus Kichererbsenreis. Zum Essen trinkt man auch Ouzo oder Weißwein. In Griechenland trifft man sich oft erst nach 14 Uhr zum Mittagessen und viele Restaurants und Gaststätten haben bis 24 Uhr geöffnet.

Klima und Wetter auf Rhodos
Rhodos zählt mit mehr als 3.000 Sonnenstunden zu den sonnigsten Inseln des Kontinents. Im Sommer regnet es von Mai bis September nur sehr selten. Im Juli und August steigen die durchschnittlichen Höchsttemperaturen auf mehr als 30 Grad, 40 Grad sind keine Seltenheit. Das Meer heizt sich dann bis auf rund 25 Grad und mehr auf. Selbst die Winter sind mit Höchsttemperaturen von 15 bis 17 Grad sehr mild, dann regnet es auch. Eine weitere Ausführung zum Wetter auf Rhodos kann hier gelesen werden.

Anreise
Mit dem Flugzeug geht es von Mitteleuropa zum Flughafen Diagoras 16 Kilometer westlich der Hauptstadt Rhodos. Dort können sich die Urlauber ein Auto leihen oder mit dem Bus oder Taxi nach Rhodos fahren. Fährverbindungen gibt es auf die anderen griechischen Inseln und nach Marmaris in die Türkei.

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