Jul

2

2009

Ist eine Kreditversicherung oder Restschuldversicherung sinnvoll?

Abgelegt in Wirtschaft

Ob für das neue Auto, die Renovierung der eigenen vier Wände, den Hausbau oder für einen Urlaub – viele Menschen nehmen Kredite auf, um notwendige Ausgaben zu decken oder sich lange gehegte Träume zu erfüllen. Vorausgesetzt die Schufa-Einträge weisen den kreditwilligen Bürger nicht als finanziellen Luftikus oder Betrüger aus, wird er aller Voraussicht nach seinen Kredit bekommen. Doch wer denkt, es ist mit einer Beratung über die Höhe des Kredites und der Vertragsmodalitäten getan, sieht sich meist getäuscht. Nicht wenige Vertreter der kreditgebenden Zunft wollen dem Antragsteller gleich eine Kreditversicherung als notwendig mitverkaufen, wie die Fachzeitschrift FINANZtest herausfand. Gerade Neulingen im Finanzwesen ist es daher empfohlen, vor der blinden Unterschrift einige Infos zur Kreditversicherung einzuholen.

Der fachlich richtige Terminus für diese Kreditversicherung ist die Restschuldversicherung. Ein Darlehensempfänger kann sie abschließen, um damit die noch ausstehende Rückzahlung seines Kredits für den Fall seines Ablebens, einer Arbeitslosigkeit oder einer längeren Krankheit abzusichern. Im Falle des Ablebens würden die Hinterbliebenen nicht auf dem Schuldenberg sitzen bleiben. Im Falle der Krankheit oder der Arbeitslosigkeit würde die Versicherung die laufenden Raten übernehmen, bis der Kreditnehmer wieder in der Lage ist, sie selbst zu begleichen.

Was sich in der Theorie ganz vernünftig anhört, muss in der Praxis jedoch hinterfragt werden. Da stellt sich die Frage, ob denn so eine Kreditversicherung überhaupt notwendig ist. Immerhin werden deutlich weniger als zehn Prozent aller vergebenen Kredite nicht ordnungsgemäß zurückgezahlt. Da wird auch das Argument des Kreditinstituts relativiert, dass die Versicherung eine zusätzliche Sicherheit darstellte. Das Anliegen der Bank ist klar: Die Kreditversicherung ist ein Produkt, welches eine durchaus lukrative Einnahmequelle darstellt. Provisionen und laufende Beiträge machen die Restschuldversicherung für den Kunden jedoch zu einer recht teuren Angelegenheit. Und das verteuert auch den Kredit. Im effektiven Jahreszins eines Darlehens ist die Versicherung meist nicht mit aufgeführt, daher ist es für den Kunden recht schwer, verschiedene Angebote zu vergleichen. Weitere Fallstricke können in den Vertragsbedingungen einer Kreditversicherung lauern. Nicht selten verstecken sich da Klauseln, die zunächst eine Wartezeit vorsehen, bevor der Versicherungsschutz überhaupt in Kraft tritt. Auch Karenzzeiten sind nicht unüblich. Dabei muss der Leistungsfall eine bestimmte Zeit bestehen, bevor eine Zahlung erfolgt. Der Kreditnehmer muss also erst eine Weile krank oder arbeitslos sein, bevor das Kreditinstitut zahlt.

Falls man sich doch für eine Absicherung entscheidet, sollte zunächst geprüft werden, ob nicht andere Vermögenswerte als Sicherheiten aufgebracht werden können. Wer für die Renovierung seines eigenen Wohneigentums einen Kredit benötigt, kann genauso gut die Immobilie als Sicherheit geltend machen. Hier wäre eine teure Kredit Versicherung absolut unnütz. Ähnlich verhält es sich mit Kapitallebensversicherungen oder Sparplänen, die der Kreditnehmer als Sicherheit einsetzen kann. In jedem Falle aber gilt: Vor Abschluss einer Kreditversicherung sollte die Notwendigkeit intensiv geprüft werden.

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Eine Reaktion zu “Ist eine Kreditversicherung oder Restschuldversicherung sinnvoll?”

  1. kessler, am 2. August 2009:

    ich habe 2006 einen Kredit von der xxxbank [Anm.: geändert, wir wollen ja keine Schwierigkeiten mit der Bank bekommen ;-) ] erhalten, aber mich überrumpeln lassen mit der Kreditversicherung,
    über 16.000 € habe ca schon 14.000 € abgezahlt. Aber durch die Zinsen und Versicherung soll ich 30.000€
    insgesamt zurückzahlen, was ich nicht einsehe. Wer kann mir einen Rat geben. Da ich das Geld dringend für andere
    Dinge brauche. z.B.Umzug.

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